Werbeverbote = Verbraucherschutz?
14.07.08 (Allgemein)
Werbeverbote = Verbraucherschutz? – Das Gegenteil ist der Fall!
Wie kaum eine andere Maßnahme begünstigen Werbeverbote immer die Konzerne, die bereits eine marktbeherrschende Stellung haben! Das gilt praktisch auf allen Gebieten: Tabak, Alkohol, Süßigkeiten, spritfressende Autos etc. – Buchstäblich jedes Kind kennt die wichtigsten Marktführer allein durch ihre allgegenwärtige Präsenz: Bestimmt könnte sogar fast jeder Nichtraucher oder Antialkoholiker die marktbeherrschenden Tabakwaren oder Spirituosen ohne langes Nachdenken aufzählen. Werbeverbote haben deshalb zur Folge, daß sich die Marktanteile der stärksten Konzerne weiter vergrößern und die Monopolbildung einen deutlichen Schub erhält, während sich die Anteile unbekannterer Wettbewerber automatisch verkleinern, wenn sie ihre Produkte nicht mehr öffentlich anpreisen dürfen.
Auch wenn für zuckerhaltige Getränke nicht mehr geworben werden dürfte, würde trotzdem noch jedes Kind die bekannteste zuckerhaltige braune Brause der Welt kennen; der Bekanntheitsgrad dieses Produkts würde sich sogar noch steigern – nur die gleichartigen (und gleichermaßen schädlichen bzw. unschädlichen) Konkurrenzprodukte hätte dann keine faire Chance mehr!
Für Großkonzerne haben also Werbeverbote ausschließlich Vorteile: Sie sparen auf einen Schlag hunderte Millionen an Werbeausgaben, und trotzdem vergrößert sich noch ihr Marktanteil, d.h. Dividenden und obszöne Vorstandsgehälter (eventuell sogar “Beraterverträge” mit abgehalfterten Politikern?) können nur durch diese als “Verbraucherschutz” getarnte Hilfestellung der Politik deutlich erhöht werden! Werbeverbote sind also kein “Verbraucherschutz” – sie passen dagegen geradezu perfekt in die reine Konzernpolitik der vergangenen Jahre… Wäre ich Vorstandsvorsitzender eines marktführenden Konzerns (auch der Tabakindustrie), dann würde ich alles daran setzen, um von der Politik ein Werbeverbot für die ganze Branche zu erkaufen, denn noch schneller kann man gar kein Geld verdienen…
Falls ein Produkt nach seriösen Maßstäben schädlich ist, dann müßte dieses Produkt verboten werden, und zwar für große und kleine Anbieter gleichermaßen; die Werbung hätte sich damit sowieso erledigt! Den Anfang könnte man ja z.B. machen mit einem Verbot von Uranmunition, aber davon ist nichts zu hören, auch nicht von Ex-Linken, denn hier fehlt offensichtlich der profitable Vorteil, der bei anderen Verboten unübersehbar ist…
In der ehemals sozialen Markwirtschaft waren Werbeverbote undenkbar! Statt dessen war damals vergleichende Werbung verboten, und zwar aus demselben Grund, aus dem sie heute erlaubt ist: Sie begünstigt marktbeherrschende Konzerne in ihrem Verdrängungswettbewerb, die sich besonders viel “Lobbyarbeit” leisten können: Nicorette statt Zigarette bzw. Pharma statt Zucker, Pharma gegen Fett, Pharma gegen Alkohol, Pharma über alles… Werbeverbote sind genauso wenig eine Wohltat für die Menschen, wie Hartz IV auch keine Maßnahme gegen Kinderarmut ist; sie sind nichts anderes als eine antidemokratische Förderpolitik für Monopole, die aber perfekt in das Gesamtbild der postdemokratischen BRD paßt…
Der ideale Markt zeichnet sich durch maximale Transparenz aus, d.h. jedem Markteilnehmer stehen jederzeit alle Informationen über alle Angebote zur Verfügung, und jeder Anbieter verfügt über alle Informationen zur Nachfrage, damit eine schnelle Anpassung des Angebots an die Nachfrage möglich ist. Ein solcher Markt ist verbraucherfreundlich, weil jeder Verbraucher jederzeit aus allen Angeboten das günstigste auswählen kann. Je geringer die Markttransparenz, um so mehr wird die Bildung von Oligopolen und Monopolen begünstigt, denn sie können die Preise nur dann diktieren, wenn den Verbrauchern der Zugang zu preiswerteren Anbietern oder Informationen über alternative Anbieter erschwert werden. Wenn Anbieter in ausreichender Zahl in Konkurrenz zueinander stehen und um Kunden kämpfen, dann ist das eine “echte” Marktwirtschaft; wenn dagegen Kunden in Konkurrenz zueinander stehen und um Waren kämpfen, dann ist das ein typischer Schwarzmarkt! Es dürfte einleuchten, daß die erste Variante den Menschen und die zweite Variante nur den Konzernen nützt.
Werbeverbote sind also reinster Korporatismus im Sinne von Benito Mussolini: der Staat als Vollstrecker von knallharten monopolistischen Konzerninteressen! Dem Verbraucher werden Informationen über Anbieter willkürlich verweigert, während den Monopolen durch die bedrohliche Aufweichung des Datenschutzes der Zugang zu Informationen über die potentiellen Nachfrager erleichtert und damit zunehmende Macht über die Menschen gegeben wird… Warum hört man immer nur von Strafen für Raucher und Wirte (die in der Bedeutung genauso weit unten stehen wie ihre Gäste), doch absolut nichts von strengen Strafgesetzen für den privatwirtschaftlichen Datenklau und Datenmißbrauch, den jeder allein anhand des ausufernden Werbeterrors feststellen kann? Warum keine Gefängnisstrafen für die Vorstände von Konzernen für das (immerhin mögliche) heimliche Auslesen von RFID-Chips in Personaldokumenten? Warum nicht verbunden mit einem Volksaufruf zur Anzeige von Unternehmen, die sich ohne die schriftliche Einwilligung des Dateneigentümers in den Besitz dieses (Intim-) Eigentums gebracht haben? Vielleicht weil der Schnüffelchip ein Auftrag der Konzerne an die Politik ist?
Mit einer sozialen Markwirtschaft im Sinne von Ludwig Erhard hat das alles nichts mehr zu tun, denn das ist Faschismus, und zwar nach der Definition desjenigen, der den Faschismus erfunden hat: Benito Mussolini… (Mehr? Mehr?)










































































































































